Ramona Rotstich Raketenbaby

Ramona Rotstich – Die wunderbare, rockende rote Welt des Raketenbaby.

Bildquelle: ELE/ Amadeo

Bildquelle: ELE/ Amadeo

‚Und das Herz geht so lang‘ zum Messer, bis es sticht‘ – Falco hat das geschrieben. He’s emotional. 1986 war das. Hier darf es ‚She’s so emotional‘ heißen, denn es passt sehr gut auf Ramona Rotstich.

RR: Sängerin, Songwriterin aus Wien und wenn der Alleswisser Meister Google nach ihr gefragt wird, dann wirft er akkurat aufgelistet Ramonas bisherige Geschichte auf. Da findet sich Vieles, darunter auch erfolgreiche Casting-Geschichten. Aber heute geht es vielmehr darum nicht zurückzublicken sondern von der Gegenwart zu erzählen. Die ist bei Ramona spannend genug.

Ramonas Welt. In einer ‚Gefällt mir‘-Welt geht sie dem rauf-oder-runter-Daumenkino eher aus dem Weg, als sich dauernd aus dem Fenster zu hängen, legt es nicht unbedingt darauf an, für Omnipräsenz zu sorgen. Es sollen die Songs für sich sprechen und eigentlich ist das gut so. Nichts lenkt vom wesentlichen ab: Ihrer Musik!
RR-Raketenbaby. Leuchtende roter Haarschopf, Finger- und Zehennägel in rot lackiert, knallrotes Auto, auch die Lippen machen keine Ausnahmen… Raketenbaby-Rot in allen Facetten. ‚Meine Welt ist Rot‘, sagt Ramona. Andere Farben müssen sich hinten anstellen.

Als Löwenfrau in die Sommerhitze geboren, entwickelte sich über die Jahre eine hoch-kreative Künstlerin, ein großes Songwriting- und Texttalent. Ramona Rotstich schreibt großartige Songs. Sie gibt dabei viel von sich preis.
Klicks, Likes, Freunde über Freunde… An die neue Währung der Popularität glaubt Ramona nicht so ganz, hingegen ganz fest daran, dass es zu allererst die Songs sind, die es zu entdecken gilt. Ihre Songs, die dann zu ihr, zu Ramona, in ihre Welt führen. In diese Rote Welt denn ‚Rot hat so viele Facetten‘, wie sie sagt. Die Liebe, zum Beispiel, die empfindet sie vielmehr Rosa als Rot, denn Rosa hat etwas Zärtliches. Rosa ist sanft. Rot hingegen, das ist Feuer, Leidenschaft aber auch Blut und kann auch mit Schmerz verbunden werden. Es sind Intimitäten, die sie musikalisch verpackt. Mit Intimitäten noch zusätzlich vor der versammelten Menge herumzuwerfen, behagt ihr nicht. Sie fühlt sich dabei nicht wohl. Es wäre eine Rolle, ‚aber ich spiele keine Rolle, sondern schreibe und singe meine Songs. Das bin ich‘, sagt sie und wenn sie ein ‚Bitte nicht stören‘ vor ihre Welt hängt, dann will sie dass das auch respektiert wird.

Ramona Rotstich ist ein hochsensibler Mensch. Nach außen die kleine, quirlige mit Pfeffer im Hintern, aber der Eindruck täuscht. Sie ist eine Denkerin, der Kopf immer beschäftigt mit Musik. Buchstaben fügen sich zu Worte und daraus entstehen Texte und Songs. Das wirkliche Leben gilt es parallel zu meistern, aber alles unter einen Hut zu bringen… Eine Herausforderung. Es ist die Rote Welt, die ihr dabei hilft. In ihrer Roten Welt findet sie den Platz, den Ort wo sie diese Worte zu Songs formt. Songs, die manchmal am ersten Blick naiv wirken, aber in Wahrheit so viel Wahres enthalten. ‚Tausche Mann gegen Schuhe‘ – was für eine Zeile! Dass sie Schuhfetischistin ist, gibt sie unumwunden zu, aber alleine die Idee den Einen gegen die Anderen auszutauschen und daraus einen Song zu machen, hebt sie aus dem Text-Allerlei, welches jeden Tag überall aus Liedern wuchert, angenehm hervor.

‚Mädchenmusik‘ sagt sie, ist das was sie macht denn in unserer Welt der Schubladen braucht jede dieser Laden eine Bezeichnung. Mädchenmusik? ‚Bin halt immer gefragt worden was ich mache und irgendwann hab ich dann mit ‚Mädchenmusik‘ geantwortet‘, so Ramona. Eine kryptische Antwort auf eine Schubladen-Frage. Auch das macht RR so sympathisch. Warum immer alles erklären? Wozu haben wir Ohren? Mädchenmusik – ist doch eh alles klar! Eine junge Künstlerin macht ihre Musik, lässt sich selbst freien Lauf und singt über ihr Leben. Das ist in der Geschichte der Popmusik nix Ungewöhnliches. Girls just wanna have fun – daran hat sich nix geändert.

Ramona und die Algorithmen, das kann durchaus auch skurril werden. Dann, wenn man ihren Songtitel ‚Raketenbaby‘ eingibt und die Suchmaschine die Frage zurückwirft: ‚Meinten sie Katzenbabys?‘ Herrjeh, nein! ‚Raketenbaby!‘ – der Song, der vom Geben und Nehmen handelt. Robin Hood im Lied… Katzenbabys! Und schon wird wieder nachvollziehbar, weshalb Ramona keine Babyfotos des Raketenbabys posten möchte. Digitale Wertigkeit schaffen mit Babyfotos? ‚Nein‘, sagt sie und wenn das gegen alle Rezepte der Unterhaltungsmaschinerie spricht, ist es trotzdem so und ob Babyfotos Hits wachsen lassen, diese Frage sollte besser gar nicht gestellt werden.
Es gibt eine Möglichkeit Ramonas Lieder Schritt für Schritt erfahren, sie für sich selbst finden, entdecken zu können, die, zugegebenermaßen, unorthodox aber überraschend ist: Die einzelnen Lieder einfach den Titeln nach alphabetisch ordnen und durchhören. Von ‚Mädchenmusik‘ bis ‚Wenn ich nicht mehr schlaf‘. Wahrscheinlich ein Zufall, aber von Lied zu Lied verdichten sich die Texte. ‚Mann gegen Schuhe‘, ‚Mädchenmusik‘ oder ‚Rede mit mir‘ – Popsongs, starke Grooves, Texte jenseits gefälligem Blablas. Dann ‚Raketenbaby‘, bei dem man sich sehnlichst wünscht dass die Suchmaschine irgendwann gleich zum Song findet und nicht die Katzen vorschickt. Großartige Pop-Lyrik, mit Leidenschaft gesungen lässt sich ab ‚Suche nach Glück‘ entdecken. Den Song ‚Vermissen‘ unbedingt anhören und der Vergleich mit Cindy Lauper hinkt nicht! Hier zeigt sich: Ramona Rotstich Raketenbaby – she’s so emotional!

Mit den Songs ‚Wanderschaft‘ und dem berührenden ‚Wenn ich nicht mehr schlaf‘ endet das RR-Alphabet und wenn der Song verklingt, ein schönes Ende findet, dann vermutet man Ramona in ihrem purpurnen Zimmer, die Augen geschlossen und die Vorhänge zugezogen. In ihrer Welt. Und es sollte immer ihr selbst überlassen bleiben, wann sie uns zu sich einlädt.

Video „Mädchenmusik“: https://www.youtube.com/watch?v=Zi8-cqOTcpA

Mehr Informationen gibt es auf: http://ramona rotstich

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